(23.01.2012, 11:00) In München findet gerade der dreitägige Innovationskongress DLD (Digital, Life, Design) statt, der von Hubert Burda und Yossi Vardi eröffnet wurde. Dabei wurde gleich zu Anfang die Wichtigkeit des Einflusses der Medien auf die Gesellschaft betont. "Wenn sich die Medien verändern, dann verändert sich auch die Gesellschaft", zitierte Burda.
Neben Viviane Reding, die das Datenschutzrecht in Europa modernisieren und vor allem harmonisieren möchte, war es vor allem Jack Dorsey, Chairman des sozialen Netzwerkes Twitters, der für interessante Neuigkeiten sorgte. In einem Interview wurde viel Altbekanntes preisgegeben. So etwa, dass Twitters Geschäftsmodell mit eingestreuter Werbung funktioniert und die Teilnahme am Netzwerk auch Sinn macht, ohne dass man selbst Tweets postet. Dorsey bewarb das Twitter-Angebot somit stark als personalisierten Nachrichtendienst, der andere Medien obligat macht, da es genügt sich bei Twitter einzuloggen, um festzustellen, ob etwas passiert ist.
Zudem wurde aber auch das Bedürfnis der Twitter-Nutzer angesprochen, Nachrichten besser aussortieren zu können. Twitter möchte in diesem Bereich vor allem durch den Zukauf des Start-Ups Summify entsprechende Verbesserungen schaffen. Summify ist ein kanadischers Unternehmen, welches einen Aggregationsdienst für Nachrichten und Meldungen auf E-Mail-Basis anbietet. In Zukunft kann man also davon ausgehen, dass Twitter mit Einbindung dieser Technologie übersichtlicher wird und man Nachrichten, die einen interessieren, spezifischer auswählen kann.
Dabei schickt Summify E-Mails mit Nachrichten und Mitteilungen von sozialen Netzwerken, die nach ihrer Relevanz sortiert werden, an die Nutzer. Die E-Mail-Zusammenfassung fand großen Zuspruch und wurde auch schon für das Apple Betriebssystem iOS als eigene App eingeführt. Mit der Übernahme durch Twitter hat Summify nun die Möglichkeit, sich für den Dienst zu registrieren, abgeschaltet. Bald kann man aber mit einer Einführung des E-Mail-Dienstes bei Twitter rechnen.
Vor allem überraschte der Gründer aber mit dem Plan, in naher Zukunft eine Niederlassung in Deutschland zu eröffnen. Wer der Meinung ist, ein geeigneter Mitarbeiter zu sein, kann bei @jack entsprechende Informationen einholen und sich bewerben. Wie groß das deutsche Team sein woll, wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben. Dorsey betonte aber, dass die Germany-Connection für Twitter immer sehr wichtig war und einige der wichtigsten Software-Entwickler aus Hamburg stammen. In Deutschland hat Twitter geschätzte 550.000 aktive Nutzer, wobei diese Anzahl in Zukunft offenbar rasch ausgebaut werden soll.
(Quelle:Hubert Burda Media)