(21.02.2012, 15:00) Pinterest konnte sich innerhalb der vergangenen sechs Monate zu einer der beliebtesten und am häufigsten aufgerufenen Webseiten etablieren. Innerhalb dieses halben Jahres entwickelte sich die zunächst noch absolut unbekannte Webseite zu einer der Top-100-Webseiten im Netz.
Pinterests Traffic-Zahlen steigen immer stärker an, wobei sich natürlich die Frage stellt, was an dem Netzwerk so besonders ist, so dass es innerhalb der kurzen Zeit einen derartigen Boom generieren konnte. RJMetrics, ein Unternehmen, welches sich auf die Analyse der Online-Perfomance von Webseiten spezialisiert, hat sich zum Ziel gesetzt, herauszufinden, ob die Nutzung des Netzwerkes und das Engagement der Mitglieder genauso herausragend ist, wie der verzeichnete Traffic. Zudem wurde versucht zu zeigen, was genau den Wachstum des Portals antreibt. Leider ist Pinterest aber, was die Herausgabe von Informationen betrifft, sehr schweigsam. Dennoch konnten aber einige wesentliche Erkenntnisse erlangt werden.
Die Studie wurde von RJMetrics durchgeführt, indem Nutzer nach einem Zufallsprinzip herausgesucht wurden, die das Portal zu unterschiedlichen Zeiten nutzen. Dabei wurden sämtliche Pins dieser Nutzer heruntergeladen und analysiert. Zudem wurden noch mehrere hundert weitere Pins der allgemeinen Nutzergemeinschaft herangezogen um die Daten zu generieren. Insgesamt ergab sich dabei eine Datenbasis von knapp einer Million Beiträgen.
Trotz der Gefahr einer Stichprobenverzerrung ist das Unternehmen überzeugt, dass die Ergebnisse repräsentativ für die Nutzergemeinschaft von Pinterest sind. Zu den interessantesten Ergebnissen gehören im Detail:
Inhalt: Was wird "GePINed"?
Bei Pinterest, kann jeder Pin auf einen externen Link zurückgeführt werden. Dabei ergibt sich eine beachtliche Schlange von Links, bei der es relativ schwierig ist, die Basisquellen zu ermitteln. RJMetrics gelang dies aber bei der Stichprobe von knapp einer Million Pins, wobei eine Liste der beliebtesten Webseiten, die als Quelle dienen, mit den Prozentzahlen von Pins, die auf sie zurückverweisen, veröffentlicht werden konnte.
Dabei war die wohl beliebteste Webseite Etsy.com, welche allerdings nur 3 Prozent der Pins umfasste. Auf Platz zwei liegt google.com, obwohl hier auch Pins, die zur Google-Bilderssuche führen dieser Domain zugerechnet wurden, es sich dabei aber um Inhalte von Webseiten anderer Anbieter handelt. Flickr war die Quelle für 2.5 Prozent der Pins und Tumblr für 1,1 Prozent. Auch die Seite weheartit.com diente 1 Prozent der Beiträge als Quelle.
Viralität: Re-Pins und Tools
Über 80 Prozent der Pins sind Re-Pins, was zeigt, dass es im Pinterest Netzwerk in erster Linie um das Teilen von Beiträgen geht.
Nutzer Engagement
Beim Engagement der Nutzer zeigte sich, dass die Netz-Abnutzungsrate gegen Null geht, was entweder bedeutet, dass nahezu kein Nutzer, der dem Netzwerk beigetreten ist, je mit der Nutzung des Portals aufgehört hat oder, was weitaus wahrscheinlicher ist, jene, die Pinterest weiterhin nutzen, so engagiert und aktiv am Netz teilnehmen, dass sie damit die verloren gegangene Aktivität der Nutzer, die austreten, mehr als wett machen.
Bei Twitter hingegen ist die "Abnutzungsrate" zwei Mal so hoch, wobei die Nutzeraktivität, die anhand der geposteten Tweets gemessen wird, rasch auf 20 Prozent abfällt, bevor sie auf diesem Level stagniert.
Probleme beim Wachstum: Qualitätsabnutzung
Die Qualität eines Nutzers wurde von RJMetrics anhand des Ausmaßes an Engagement und der Wahrscheinlichkeit, im Netzwerk aktiv zu bleiben, gemessen. Hier zeigte sich, dass der Durchschnittsnutzer, der dem Netzwerk innerhalb der letzten Monate beigetreten ist, die Seite weniger intensiv genutzt hat, als andere Mitglieder noch Monate zuvor. Die Intensität der Nutzung nimmt also ab. Der Hauptgrund liegt hier wohl darin, dass sich nach und nach Personen anmelden, die nicht zur Kernzielgruppe des Portals gehören und somit logischerweise weniger engagiert und aktiv sind.