(16.02.2012, 14:30) Im Januar ging das alteingesessene Unternehmen Kodak, welches wichtige Trends verschlafen hatte und sich mit seinem Produktportofolio gegen die aufstrebende Konkurrenz nicht beweisen konnte, in Konkurs. Nun droht neuer Ärger vor Gericht, wobei diesmal nicht die Finanzen des Unternehmens betroffen sind, sondern die Möglichkeit, sich in Zukunft in neuen Bereichen hinreichend etablieren zu können.
Apple unterstellt Kodak nämlich Patentverstöße und zwar ausgerechnet in jenen Bereichen, die Kodak nun ausgewählt hat, um wieder Fuß zu fassen. Konkret geht es um eine Technik zur Bildvorschau, die gegen Schutzrechte von Apple verstoßen soll und von Kodak bei digitalen Bilderrahmen und Druckern eingesetzt werden soll. Kodak hatte zuvor Apple in einer ähnlichen Sache geklagt, der Konzern aus Cupercino scheint aber den Spieß umdrehen zu wollen. Kodak klagte Apple und HTC zuvor wegen Schutzrechte, die die Übertragung digitaler Bilder betreffen. Damit wollte man ein Verkaufsstopp von Apple Produkten bei der International Trade Commission erwirken.
Kodak kann bei Gericht um Aussetzung des Verfahrens bitten, solange das Insolvenzverfahren noch anhängig und nicht vollständig abgeschlossen ist. Wenn Apple die Rechtsstreitigkeit gewinnen sollte, kann es soweit kommen, dass Kodak neue Produkte nicht mehr verkaufen darf und somit die neuen Geschäftsfelder, die der Konzern zum Wiederaufbau angestrebt hat, vorerst für ihn gesperrt sind. Bei der Insolvenzstrategie des Pionierunternehmens Kodak scheint das Patentportofolio eine wichtige Rolle einzunehmen. Nicht nur Apple, sondern auch RIM, HTC und Fujifilm wirft das Unternehmen Patentsverletzungen vor. Auch ein Patentpaket, welches 1.100 Patente umfasst, soll verkauft werden, um damit die Finanzen wieder aufzubessern.
(Quelle: macobserver.com)