(10.02.2012, 12:00) Die Marktanteile des E-Commerce in Deutschland wachsen beständig. Immer mehr Produktgruppen sind mittlerweile online erhältlich und es sind auch längst nicht mehr nur die Digital Natives, die im Netz einkaufen. Die ständige Verfügbarkeit und hohe Geschwindigkeit des Internet haben den Online-Handel von einer Vision zu einem Massenphänomen werden lassen. So weit so banal.
In der Zwischenzeit ist Online-Shopping business as usual. In Deutschland hat jeder Dritte im vergangenen halben Jahr zwei- bis dreimal im Monat online eingekauft. In Österreich und der Schweiz war es jeder Vierte.
Interessanter sind schon die Wünsche der Kunden, die in der Studie (pdf) ausgemacht wurden. Ganz an der Spitze zu finden sind Wunsch-Lieferkonzepte. Jeder Fünfte möchte wählen können, wo und wann sein Paket zugestellt wird. Jeder zweite Konsument in Deutschland und Österreich (49 Prozent in der Schweiz) achtet auf das Versandunternehmen – 11 Prozent machen den Einkauf sogar vom Versandunternehmen abhängig.
Und die Deutschen kaufen auch im Internet lieber in den heimischen Grenzen. Beim Cross Border Shopping sind Deutsche zurückhaltend. Bestellprobleme, Lieferfragen und Betrugsängste stehen laut Studie ganz vorne bei den Bedenken beim Online-Kauf im Ausland. Die Sicherheit wird ohnehin selbst im heimischen Markt immer noch skeptisch beurteilt. So fühlt sich nur jeder Dritte in Bezug auf seine persönlichen Daten gut geschützt.
Einen großen zumindest medialen Boom erlebte E-Commerce im Zusammenhang mit Social Media. Das werde alles verändern hieß es anfangs. Marken wie Pepsi gaben jede andere Marktkommunikation außerhalb von Social Media völlig auf - und fielen damit gewaltig auf den Bauch.
Nun reiht sich auch Unilever in den Kreis der Skeptiker ein und entdecken, dass Fans nicht mit Käufern gleichzusetzen sind. In irgendeinem sozialen Netz auf „Gefällt mir“ oder +1 zu klicken, ist noch lange kein Beweis von Interesse oder gar Kaufabsicht. Beim Kongress Social Brands in London erklärte Debbie Weinstein, Senior Director Social Media Innovation bei Unilever: "Wir werden breiter gefächerte Social-Customer-Relationship-Marketing-Programme entwickeln und mittels Word-of-Mouth relevantes Markenbotschaftertum herstellen.“ Der Konzern rückt damit von der "Fan-Akquise" ab und konzentriert sich auf Stimulation von Engagement unter marken-affinen Menschen.
Fans werden recht oft über Incentivaktionen und teils sogar über recht zweifelhaftes Absagen von Freundesdaten aus sozialen Netzen oder mobilen Apps akquiriert. Experten hatten schon früher immer wieder gepredigt, dass soziale Netze nur begleitend aber nicht als Hauptinstrument im Marketing eingesetzt werden sollen.