(22.02.2012, 11:30) Unter anderem haben Gamestop, Gap, J.C Pennery und Nordstrom ihre Online-Stores im sozialen Netzwerk Facebook geschlossen. Die Unternehmen konnten nicht genug Umsätze generieren und sind vom E-Commerce-Potential des weltweit größten Netzwerks Facebook enttäuscht.
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg hat die Analystin Sucharita Mulpuru ihre Meinung zu dem schnellen Sterben der Online-Stores bei Facebook kundgetan und dabei die Plattform mit einer Bar verglichen, an der man mit seinen Freunden rumhängt. Das Manko dabei: Es besteht keine wirkliche Einkaufsatmosphäre, weshalb auch keine herausragenden Umsätze generiert werden können. Möchten Kunden einkaufen, nutzen sie die bereits bestehenden Online-Shops und nicht einen Store, der auf Facebook angeboten wird. Facebook ist in erster Linie eine Kommunikationsplattform und kein Einkaufsportal, in welches User mit der Absicht einsteigen, Dinge zu erwerben. Nutzer wollen auch nicht laufend mit Werbung belästigt werden, sondern lediglich entsprechend ihrer Interessen informiert werden, um in weiterer Folge Angebote privat zu nutzen.
Jahrelang waren Experten allerdings der Meinung, dass das soziale Netzwerk wegen seiner Größe und zunehmenden Beliebtheit das Potenzial für den Marktplatz der Zukunft hat. Nach den ersten Abgängen wichtiger Marken ist die Stimmung diesbezüglich aber weit weniger optimistisch. Sprecher der betroffenen Unternehmen führen die Misserfolge ebenfalls auf den fehlenden Mehrwert beim Einkaufen im sozialen Netzwerk zurück. Nur wenige Kunden sind bereit, auf die Bequemlichkeit von E-Commerce-Plattformen zu verzichten und entschließen sich dazu, direkt bei Unternehmensseiten auf Facebook zu shoppen. Deshalb haben gescheiterte Händler entschieden, ihre Strategie maßgeblich zu ändern und investieren in eigene E-Commerce-Lösungen, die auch mehr Flexibilität erlauben und ermöglichen, Nutzer besser ansprechen zu können.
Die Schaltung von Werbung auf Facebook wird damit aber mit Sicherheit nicht reduziert. Ganz im Gegenteil: Anzeigen auf Facebook sollen Nutzer in Online-Shops ziehen und dort die Verkaufszahlen steigern. Auch verdient Facebook nach wie vor sehr gut mit den noch bestehenden Geschäftsportalen, da die Werbeeinnahmen, trotz Fehlschlägen bei den Verkäufen, immer stärker ansteigen. Facebook kann als Medium zur Präsentation von Produkten und Marken genutzt werden und dient, nicht nur im Privaten, der Imageprofilierung.