(31.01.2012, 16:40) Nokia Siemens Networks (NSN) versucht zu retten, was zu retten ist und setzt dabei auf drastischen Personalabbau. Das Unternehmen streicht deutschlandweit knapp 3.000 Arbeitsplätze, was bedeutet, dass jeder dritte Mitarbeiter seinen Posten verliert. Vor allem in München wird der Großteil der Stellen eingespart, da dieser Standort kurzerhand geschlossen wird.
Die Probleme des Netzwerkausbauers Nokia Siemens Networks werden also in erster Linie die knapp 3.000 Mitarbeiter zu spüren bekommen, die nun ihren Job verlieren. Die meisten Stellen werden bis Ende des Jahres abgebaut sein. Auch der Standort und gleichzeitige Hauptsitz München soll spätestens mit diesem Datum geschlossen werden. 2.000 Stellen werden dabei eingespart.
Das Gemeinschaftsunternehmen zwischen Nokia uns Siemens hat sich beim Geschäft mit Telefonnetzen nicht hinreichend etablieren können. Bereits seit Jahren werden laufend Verluste eingesteckt und immer weniger Kunden können gezählt werden. Der traurige Rekord des Unternehmens besteht darin, dass praktisch jedes Quartal seit der Unternehmensgründung mit einem Verlust abgeschlossen wurde.
Daher wurde Ende November 2011 mitgeteilt, dass man weltweit rund 17.000 Stellen streichen wird, um eine Milliarde Euro zu sparen. Da in Deutschland zentrale Funktionen zu finden sind, ist dieses Land besonders stark vom Abbau betroffen. Man hofft nun, bis 2013 wieder auf die Beine zu kommen, weshalb man sich nur noch auf fünf Standorte konzentrieren möchte: Berlin, Bonn, Bruchsal, Düsseldorf und Ulm. Hier sollen sowohl Entwicklungs- als auch Fertigungsstandorte weiter betreiben werden.
Der Konzern sei sich darüber im Klaren, dass dies eine erhebliche Reduzierung der Mitarbeiterzahl ist und möchte diese mit Respekt und unter Einhaltung aller rechtlichen Rahmenbedingungen umsetzen. Der Konzern rechtfertigt sich mit dem Erfordernis, sicherstellen zu müssen, dass das Projekt auch in Zukunft nachhaltig wirtschaftlich umgesetzt werden kann.
Es wurde auch mitgeteilt, dass in Bayern nicht alle Mitarbeiter ihren Job verlieren werden, sondern einigen auch das Angebot gemacht wird, and einen anderen Standort umzuziehen. Insgesamt sollen dabei 1.600 Stellen verlagert werden. In Finnland ließ der Konzern insgesamt ebenso viele Stellen (1.600) streichen.
Vor allem aber zeigt sich der bayerische Wirtschaftsminister, Martin Zeil, wütend: "Wir haben mit großem Ernst Gespräche mit der Unternehmensleitung geführt und ihre Verantwortung für die Mitarbeiter und den Standort München eingefordert. Leider bleiben diese Appelle und Unterstützungsangebote fruchtlos. Das ist schmerzlich und wird dem starken IT-Standort Bayern in keiner Weise gerecht. Diese Entscheidung ist nicht nachzuvollziehen". Seiner Meinung nach handle es sich bei diesem Schachzug um eine "missglückte Unternehmensstrategie", die vor allem Standortfaktoren aus blinder Furcht vor Kosten missachtet. Er wirft NSN eine "unternehmerische Fehlentscheidung vor, die auf den Rücken langjähriger Mitarbeiter ausgetragen wird".