(21.02.2012, 18:20) Wir hatten gestern berichtet, dass Mobile Advertising mehr Hype als Realität ist. Flurry hat nun in seinem Blog eine interessante Studie veröffentlicht, in welchem Verhältnis die Höhe der Werbeausgaben zur Zeit steht, die die User in einem Medium verbringen. Es stellt sich heraus, dass vor allem Print völlig überrepräsentiert ist, aber auch TV und Radio relativ stärker beworben werden. Das Web wird noch immer zu wenig beachtet und bei Mobile ist das Missverhältnis echt krass.
In Print Medien verbringen die User nur mehr 6% ihrer Medienzeit. Aber die Printmedien schaffen es noch immer 22% der Werbebudgets für sich zu lukrieren. Im TV ist der Überhang mit 40% Zeit zu 43% Werbeanteil schon geringer, in Radio detto mit 9% zu 11%.
Umgekehrt ist das Verhältnis im Web mit 22% der Nutzerzeit aber nur 16% der Werbeausgaben und ganz krass wird es bei mobilen Geräten, mit denen die Nutzer bereits 23% verbringen, aber die nur 1 mickriges Prozent der Werbebudgets lukrieren können. Die Daten wurden von Flurry für die USA erhoben. In Europa wird das Missverhältnis wahrscheinlich noch krasser sein.

Laut Flurry hat das mehrere Ursachen. Als erste wird genannt, dass es dieses Ecosystem erst seit kurzem gibt und das noch dazu eine extrem stürmische Entwicklung hingelegt hat. Bis sich da die Werbeindustrie bewegt, vergeht schon einige Zeit. Als zweiter Grund wird aber genannt, dass die Infrastruktur für mobile Werbung noch nicht wirklich funktioniert. Weder gibt es wie im Web erprobte Ausspielsysteme noch Möglichkeiten für Tracking und Erfolgsmessung. Google und andere arbeiten zwar daran, aber das steckt alles noch in den Kinderschuhen.
Spannend ist auch, welche Usergruppen besonders affin für mobile Werbung sind, also entweder Ads anklicken oder in Käufe umsetzen. Am affinsten sind Frauen zwischen 25 und 34, überwiegen aber auch in den Altersgruppen darüber. In der Altersklasse 18-24 ist das Interesse ausgeglichen, nur bei den Jüngeren sind die männlichen User affiner. Was aber auch daran liegen kann, dass diese beim Gamen öfter hektisch auf eine Werbung klicken ohne es eigentlich zu wollen.
