Microsoft setzt Google wegen Cookies auf die schwarze Liste

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Microsoft setzt Google wegen Cookies auf die schwarze Liste

 
 

Microsoft streitet mit Google um den Datenschutz und will Benutzer des Internet Explorers vor unerwünschten Cookies schützen.

 

(21.02.2012, 11:30) Microsoft fühlt sich von Google bei dem Einsatz von Cookies ausgetrickst und wirft dem Suchmaschinenanbieter vor, die Einstellungen zur Privatsphäre im Internet Explorer zu umgehen. Google hingegen ist der Meinung, dass die von Microsoft geforderte Sicherheitstechnik (P3P-Protokoll) veraltert ist und im Web kaum genutzt wird und dass auch andere wichtige Webseitenanbieter diese Technik umgehen. Microsoft hat als Konsequenz für Googles Umgang mit Cookies das Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt.

 

Es kam in der Vergangenheit schon mehrmals zu Vorwürfen, dass Google mit technischen Tricks die Datenschutz-Einstellungen des Apple-Browsers Safari aushebelte. Bei Cookies handelt es sich um Software-Elemente, die besuchte Webseiten auf den PCs von Besuchern platzieren und die es auf diesem Weg ermöglichen, das Surfverhalten von Nutzern zu verfolgen. Cookies können gesperrt werden und einige Browser, wie etwa Safari, blockieren Cookies von Drittanbietern standardmäßig. Ende vergangener Woche wurde allerdings bekannt, dass Google und andere Werbeanbieter einen "Trick"nutzen, um Third-Party-Cookies dennoch zu platzieren. Ob Google die Cookies aber tatsächlich zum Tracking genutzt hat, ist nicht bekannt.

 

Microsoft nutzte diese Vorwürfe, um den Internet Explorer als besonders sicher zu bewerben und Nutzer dazu zu motivieren, zum Microsoft Browser zu wechseln, der die Privatsphäre der Nutzer ganz besonders gut schützen soll.

 

Nun wurde aber bekannt, dass Google auch die Schutzmechanismen des Internet Explorers umgeht. Ein wirklicher "Trick" wird dabei allerdings nicht angewendet, sondern vielmehr der Einsatz eines veralterten P3P-Protokolls abgelehnt. Cookies von Drittanbietern werden vom Internet Explorer abgelehnt, es sei denn, eine Webseite erklärt in einem P3P-Protokoll, wie der Cookie verwendet wird und dass die Seite das Ablegen nicht für das Tracking nutzt.

 

Google verzichtet aber, genauso wie Facebook und andere Anbieter wichtiger Webseiten, auf den Einsatz dieses Protokolls, da dies, so der einheitliche Tenor, nicht für moderne Webseiten geeignet ist. Sowohl Google als auch Facebook verfolgen somit das Statement: "This is not a P3P policy!" Da das P3P-Protokoll veraltert und praktisch unbrauchbar sei, liege der Fehler der zum Einschleusen von Cookies führt nicht bei Google, sondern bei Microsoft selbst.

 

Das Unternehmen plant auch bereits eine Veränderung: Anstatt fehlerhafte P3P-Formulierungen zu akzeptieren, sollen in Zukunft Cookies von Seiten, die das Protokoll nicht anwenden, blockiert werden.

 

Microsoft sieht in Googles Praxis ein Aushebeln des Datenschutzes beim Internet Explorer und fordert den Suchmaschinen-Riesen auf, sich an den P3P-Standard zu halten. Gleichzeitig sollen White- und Blacklists eingeführt werden, mit denen Nutzer bestimmen können, welche Webseiten Informationen über ihr Surfverhalten sammeln dürfen. Für Google wurde nun eine eigene schwarze Liste erstellt, die von Anwendern heruntergeladen und installiert werden kann und die dafür sorgt, dass Google keine Cookies mehr platzieren kann.

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