(23. 01. 2012; 16:30) Facebook war das letzte Jahr anscheinend besonders bemüht, sich Freunde zu machen, sofern der von dem sozialen Netzwerk veröffentlichte Lobbying Report als Indiz dafür angesehen werden kann.
So wurde im letzten Quartal 2010 nur ein Betrag von 130.000 US-Dollar in die Lobbyarbeit investiert. Im Vergleich dazu wurden im vierten Quartal des Jahres 2011 bereits über 440.000 Dollar aufgewendet. Zum dritten Quartal 2011 ist dies eine Steigerung von über 22 Prozent.
Die Millionenmarke wurde von Facebook bereits 2010 überschritten, aber rechnet man die Beträge der vier Quartale von 2011 zusammen, ergibt das eine Gesamtsumme von über 1,35 Millionen Dollar.
Ein Sprecher von Facebook argumentiert diese Rekordsumme damit, dass man weiter darum bemüht ist, zu erklären wie der Dienst funktioniert und Aufklärungsarbeit darüber zu leisten, welche Maßnahmen getroffen werden um Nutzer und ihre Daten zu schützen.
Es ist nicht besonders verwunderlich, dass Facebook besonders darum bemüht ist, einflussreiche Freunde in Washington DC zu finden. Es gibt genügend Themen bei denen sie Hilfe und Unterstützung brauchen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die internationale Regulierung von Softwarefirmen, sowie auch um eine Reglementierung bei Einschränkungen des Dienstes durch ausländische Regierungen.
Vor allem versucht natürlich Facebook auch bei staatlichen Richtlinien eine Stimme zu haben. So liegen dem sozialen Netzwerk verständlicherweise die Themen rund um Datenspeicherung, Absicherung der Internet-Nutzer und auch bei Maßnahmen der Privatwirtschaft zur Online-Sicherheit. Ein großes Interesse hat Facebook auch bei der Reformierung des Patentrechts und der Nutzung von sozialen Medien in Regierungsbehörden.
Der Wunsch Einfluss auf politische Entscheidungsträger zu haben und diesen durch Lobbyarbeit zu forcieren, ist aber nicht nur bei Facebook zu beobachten. Firmen, darunter eben auch Facebook versuchen durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Regierung, ihre Interessen zu schützen.