(16.02.2012; 12:10) Apple ist in vielen Dingen sehr gut, aber bisher war es in den sozialen Web-Servicen sehr schlecht. So ist beispielsweise Ping, ein Musik-fokussierter Service der 2010 gestartet wurde, einer der sehr seltenen Misserfolge des Unternehmens. Für Apple hat sich jetzt eine echte Chance ergeben, sich im sozialen Bereich zu etablieren. Das Unternehmen könnte auf die riesige und ständig wachsende Basis von iOS-Nutzern zurückgreifen, um eine nützliche soziale Plattform unter der Aufrechterhaltung von Privatsphäre und Sicherheit zu erschaffen.
Die Notwendigkeit eines solchen Dienstes wurde in der vergangenen Woche durch eine ziemlich hässliche Kontroverse erkennbar sowie verschärft. Es wurde aufgedeckt, dass mehrere soziale iOS Apps die Inhalte des iPhone Adressbuches ohne die Erlaubnis der User Daten auf die Server hochladen, um damit einfach Freunde finden zu können. Dieser Umstand ist zwar sehr peinlich für Apple, könnte aber die Möglichkeit sein, etwas Neues zu schaffen.
Soziale Plattform von Apple
Es stellt sich nur die Frage, wie dieses neue Produkt aussehen soll. Apple arbeitet bereits an einem Update, das von Apps eine Erlaubnis von Usern verlangt, bevor diese Zugang zum Adressbuch erhalten. Die Anwendungen müssen den Benutzer auf dieselbe Art und Weise fragen, wie sie um Erlaubnis bitten müssen, wenn die geographische Lage ermittelt werden soll oder sie auf den Twitter-Account zugreifen wollen.
Apple könnte die Adressbuchdaten verwenden, um eine reale soziale Plattform zu erschaffen. Diesem könnten Features wie Zwei-Weg-Freund-Bestätigung, Sperren von Benutzern, öffentlichen Profilen, Foto-Sharing, Updates über Aktivitäten und weiter Funktionen hinzugefügt werden. Mit einem Klick könnte man all diese Elemente, vor allem jene der bestehenden Freundschafts-Beziehungen, dann in den Apps auf einmal aktivieren. Im Laufe der Zeit könnte sich diese soziale Plattform dann zu einem eigenständigen sozialen Netzwerk wie Facebook entwickeln.
Die Bedeutung von sozialen Apps für die iOS ist enorm. Viele der beliebtesten Apps gehören sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook, Pinterest und Twitter. Ebenso handelt es sich bei den beliebtesten, mobilen Spielen um soziale Anwendungen - Angefangen bei Word with Friends bis hin zu Multi-Player-Kartenspielen. Aus diesem Grund ist ReadWriteWeb der Meinung, dass Apple eine soziale Plattform benötigt. Es gibt noch weitere Gründe, warum Apple eine soziale Plattform starten sollte. Dazu gehören die App Store- sowie iTunes-Empfehlungen und deren mögliche Integration auf einer Apple TV-Plattform.
Möglichkeiten im sozialen Bereich
Heutzutage können App-Entwickler die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter integrieren, um Freunde über diesen Service zu finden. Viele dieser Entwickler haben die umstrittene Funktion mit Hilfe des Adressbuches am Telefon nach Freunden zu suchen, die in diesen Netzwerken vertreten sind, integriert. Über das Game Center ermöglicht Apple den Entwicklern soziale Funktionen in ihren Spielen hinzuzufügen. Doch die Möglichkeiten für Apple, soziale Elemente umzusetzen, sind sehr breit.
Apple sollte mit Blick auf das Wachstum sowie dem Aufbau von Facebook inzwischen wissen, wie wertvoll eine solche riesige soziale Plattform ist. Steve Jobs hat sich zudem öffentlich immer über die belastenden Bedingungen von Facebook beklagt. Auch sollte man berücksichtigen, dass nicht jeder User unbedingt Twitter oder Facebook nutzen möchte, sondern vielleicht etwas anderes. Die Möglichkeiten, die sich im sozialen Bereich für Apple ergeben, deuten also an, dass Apple tatsächlich ein eigenes soziales Netzwerk planen könnte. Die Zeit wird zeigen, wie es wirklich weitergeht.
