(24.01.2012, 10:15) Bisher war es nicht möglich sich auf Google+ mit einem Spitznamen anzumelden, was zu heftiger Kritik führte. Google vertrat die Auffassung, dass sich in dem Netzwerk Menschen wie im wahren Leben verbinden sollten und daher auch die Nutzung des echten Namens unbedingt erforderlich ist. Meldete man sich bei Google+ mit einem Spitznamen an, riskierte man damit die Sperrung des Profils. Dies führte verständlicherweise zu Kritik, worauf Google mit einer Frist von 4 Tagen reagierte, bevor man Konten mit Pseudonymen tatsächlich sperrte.
Google hat sich zunächst am Feedback der Google+ User, bei deren Account eine Sperre in Frage kam, orientiert und ist zahlreichen Beschwerden wegen des Pseudnoym-Verbots nachgegangen. Dabei stellte das Unternehmen fest, dass sich die Wünsche bezüglich der Namenswahl grob in drei Bereiche einteilen lassen:
· Der Großteil der Nutzer (60 Prozent) möchte nur einen Spitznamen verwenden.
· 20 Prozent verwendeten irrtümlicherweise einen persönlichen Account anstatt Google Pages.
· 20 Prozent würden gerne ein Pseudonym oder einen anderen unkonventionellen Namen verwenden.
Daher scheint das Unternehmen nun schlussendlich doch eingesehen zu haben, dass zahlreiche Menschen die Nutzung von Spitznamen einfach präferieren. Der Vizepräsident Bradley Horowitz gab nun bekannt, dass es ab sofort auch erlaubt ist, einen Spitznamen oder auch nur den Geburtsnamen zu verwenden. Allerdings sind dafür Regeln vorgesehen. Die Verwendung von Pseudonymen sei nämlich nur als Ergänzung des wahren Namens gedacht, welcher unbedingt erhalten bleiben muss.
Es wird möglich sein, alternative Namen und auch Namen in anderen Schriften einzutragen. Sowohl in Google+ Profilen als auch in den Hover-Boxen werden diese Phantasienamen angezeigt. Somit sollen die Nutzer nun zusätzlich zum richtigen Namen die Möglichkeit haben, ihren Namen so zu präsentieren, wie sie es für angemessen halten. Allerdings wirkt sich die Änderung des Namens auch auf alle anderen Dienste von Google aus.
Unternehmen oder Namen, die eine abstrakte Idee repräsentieren, sollen in erster Linie Google Pages nutzen. Allerdings sieht Google hier eine Prüfung der eingetragenen Pseudonyme vor, bei der man nachweisen muss, dass es sich um eine etablierte Identität handelt. Als Nachweis kommen Referenzen über das Pseudonym in gedruckten Medien, gescannte Dokumenten oder eine etablierte Online-Identität in Frage. Ob dies den Nutzern zusagen wird, ist fraglich.
Bei den privaten Accounts kann man den Spitznamen in Zukunft einfach über die Funktion "Nickname" eintragen. Darunter wird sich eine Auswahl befinden, wie dieser angezeigt werden soll. Auch findet sich hier ein Hinweis, dass der Name in sämtlichen Google-Diensten wie gewählt aufscheint.
Das Unternehmen scheint noch immer Wert auf Seriosität zu legen, da eine weitere Änderung des Namens nur nach einer Wartezeit von 3 Monaten möglich sein wird. Unüberlegt sollte man das neue Feature also nicht nutzen.
Google möchte den Usern mit den Neuerungen mehr Kontrolle und Wahlfreiheit bieten, gleichzeitig aber nicht zu einem unseriösen Netzwerk verkommen, indem jeder Nutzer wahllos Phantasienamen verwenden kann.