(14.02.2012, 13:15) Mozilla hat seine Pläne für das Jahr 2012 konkretisiert und stellte eine Roadmap vor, die sämtliche Neuerungen, die geplant sind, vorstellen soll. Die geplanten Neuerungen für das erste Quartal wurden zum Teil bereits erfolgreich abgearbeitet. Der Browser soll in diesem Jahr einigen radikalen Änderungen unterzogen werden und wird, wenn es nach Mozilla geht, spätestens Ende des Jahres im neuem Design und mit deutlich höherer Geschwindigkeit erscheinen.
Firefox soll dabei allen voran als Metro-Oberfläche für Windows 8 zum Einsatz kommen. Im zweiten Quartal soll dabei eine Konzept-Version erscheinen, die von einem Alpha- und einem Beta-Release in der zweiten Jahreshälfte abgelöst werden soll. Neueren Gerüchten zufolge soll bereits beim Mobile World Congress in Barcelona, welcher am 29. Februar stattfindet, das neue Konzept vorgestellt werden. Ob es aber gelingt, den Browser bis zu diesem Datum bereits vollständig zu erneuern, bleibt abzuwarten.
Firefox im Metro-Design
In einem Dokument, welches die Strategie für 2012 anzeigt, ist die Rede von einem Gecko-basiertem Browser, der in die neue Metro-Umgebung integriert werden soll. Firefox für Metro wird im Vollbild ausgeführt und soll auf eine Touch-Bedienung ausgerichtet sein. Die Steuerung des Browsers soll über eine App-Bar erfolgen, welche die üblichen Navigationsmöglichkeiten enthalten soll.
Firefox für Windows 8 soll aber auch den klassischen Desktop unterstützen, wobei hierfür nur ein einfaches Update nötig sein sollte. Durch die Unterstützung der Metro-Oberfläche kann Mozilla den hauseigenen Browser vor allem auch auf eine Vielzahl mobiler Geräte bringen, was strategisch gesehen von großer Bedeutung sein kann. Metro-Apps haben auch den Vorteil, dass sie nicht von einer bestimmten Plattform abhängig sind und auf Arm-Prozessoren verschiedenster Hersteller laufen können.
Mozilla wird keine iOS-Version des Browsers erstellen und auch Windows 7 wird nicht unterstützt werden. Mozillas wichtigste Mobilplattform ist derzeit Android. Hier kam es aber mit der Veröffentlichung der Beta-Version von Chrome für Android zu neuer Konkurrenz.
Firefox 11 und 12
Nach der vorgestellten Roadmap soll Firefox 11 aus diesem Grund auch den Umstieg von Chrome auf Firefox erleichtern und Erweiterungen in die Synchronisation einbeziehen. Firefox 12 soll des weiteren neue Bedienungselemente für HTML5-Audio und – Video bringen und auch URLs sollen bei der Eingabe automatisch vervollständigt werden.
Firefox 13
Für Firefox 13, dessen Veröffentlichung für den 6. Mai 2012 vorgesehen ist, will Mozilla Webapps in Firefox integrieren. Dafür hat das Unternehmen auch begonnen, einen eigenen Appstore zu testen. Die Webapps sollen mit dem Camera-API auch in der Lage sein, mit der integrierten Kamera Fotos und auch Videos aufzunehmen. Der Download soll in Zukunft per Drag-and-Drop erfolgen und auch der Upload ganzer Verzeichnisse soll ermöglicht werden. Mit Firefox 13 wird auch das Home-Tab von Firefox erneuert, wobei auch hier eine Integration des Appstores vorgesehen ist.
Firefox 14
Firefox 14 soll am 17. Juli 2012 erscheinen. Die wesentliche Neuerung bei dieser Version besteht in einem eigenen Login-Bereich zur Anmeldung von Nutzern beim Browser. Somit soll eine automatische Anmeldung der Nutzer bei Webseiten durch Firefox ermöglicht werden. Der Browser, der lokal auf dem Rechner läuft, soll dabei die zentrale Verwaltungsinstanz sein und soll auch Kontozugänge zu Facebook und Google steuern.
Mehr Sicherheit
Für die zweite Jahreshälfte soll zudem das Feature "Click to Play" mehr Kontrolle über Plugins schaffen, indem ein Plugin erst nach einem Klick gestartet wird. Mit der Einführung von "Tracking Map" soll zudem mehr Übersicht geschaffen werden. Hier soll gezeigt werden, wie ein Nutzer im Web getrackt wird und man soll zudem die Möglichkeit erhalten, sich einfacher davor schützen zu können. Vor allem die Sicherheit der User steht hierbei also im Zentrum. Nutzer sollen auch pro Website festlegen können, ob und wie sie Cookies, Passwörter und den Verlauf gespeichert haben wollen, wobei hier auch auf eine Integration mit dem hauseigenen Tab gesetzt wird.
Neues Design
Das Design soll sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 stark ändern. Dabei sollen Designspezifikationen strenger eingehalten und das Userinterface deutlich verbessert werden. Zudem kann man mit dem "Focus Mode" eine Website so darstellen, dass sie besonders einfach und komfortabel gelesen werden kann. Werbung und andere störende Inhalte werden dabei ausgeblendet.
Höhere Geschwindigkeit
In 2012 soll auch stark an der Geschwindigkeit des Browsers gearbeitet werden. So plant Mozilla, die teilweise doch recht lange Startzeit des Firefox "dramatisch" zu verringern und das Wiederherstellen einer Sitzung nach einem Browser-Neustart deutlich schneller zu machen. Dafür werden bei mehreren geöffneten Tabs nicht alle Inhalte zum Browser-Start neu geladen, sondern zunächst nur die des aktiven Tabs. Erst bei Bedarf werden die anderen Tabs nachgeladen.
Die Roadmap für Firefox wurde von Asa Dotzler zusammengestellt und kann hier genauer betrachtet werden.