(24.01.2012; 12:30) Auf Facebook lassen sich Profile finden, die nicht von einer realen Person betrieben werden. Trotzdem werden über diese Profile Status-Updates, sowie Links, Videos und Bilder geteilt. Ebenso verfügen diese Accounts über viele Freunde und einige Fällen hat man sogar welche mit diesem Profil gemeinsam.
Die Politik von Facebook
Ein Sprecher von Facebook erklärte gegenüber ReadWriteWeb, dass die Kultur von Facebook auf echten Namen basiert. Dies führt laut Unternehmen zu mehr Verantwortlichkeit sowie zu einer sicheren und zuverlässigen Umgebung der Menschen, die das Netzwerk nutzen. Normalerweise versucht Facebook solche Fake-Profile zu verhindern, doch dies gelingt anscheinend nicht immer.
Facebook wird an der Politik für reale Namen festhalten, besonders weil das Unternehmen nur Geld aus Werbeeinnahmen erhält, wenn die Werbung von lebenden Menschen konsumiert wird. Es widerspricht den Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerkes, wenn eine Person mehr als ein persönliches Profil hat. Stattdessen ermutigt das Unternehmen die User, dass sie Seiten schaffen um eine zweite Präsenz auf Facebook zu erhalten.
Gründe für mehrere Facebook-Profile
Es stellt sich Frage, warum sich eine Person ein gefälschtes Profil zulegt. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Dabei spielen oft persönliche, berufliche, kreative Zwecke oder auch Sicherheitsgründe eine Rolle. Hier nun einige Beispiel für User, die sich ein zweites Profil zugelegt haben.
So besitzt die Schauspielerin Daaimah Mubashsir zwei Facebook Profile. Eines stellt ihr derzeitiges Selbst dar und das andere ihr vergangenes. Derzeit arbeitet sie an einer Show, die sich mit Themen über Schwarze und Homosexuelle in einem islamischen Umfeld befassen. Die Künstlerin versucht ihre Arbeit von ihrem Privatleben mit Hilfe von zwei Profilen zu trennen, um so nicht in Konflikt mit anderen zu geraten.
Der Autor Jerry Brennan besitzt drei Facebook-Profile. Er nutzt diese Accounts, um auf verschiedenste Arten als Autor tätig zu sein. Zum einen, um seine eigenen Bücher zu vermarkten. Zum anderen, um über andere Bücher Rezensionen zu schreiben und zu bloggen- und dies mit jeweils anderen Namen. Aber auch wenn es sich um ein Pseudonym handelt, so steht das Profil für eine richtige Person, die nur unter einem anderen Namen ein zweites Profil hat.
Ein Sicherheitsexperte besitzt auch zwei Profile auf Facebook. Dies vor allem dehalb, weil er die Benutzerfreundlichkeit von Facebook sowie die Risiken aus erster Hand erleben möchte. Mit der Trennung in Berufs- und Alltagsleben möchte er verhindern, dass sein Profil zum Ziel von Hackern wird.
Die Möglichkeit mehrere Facebook-Accounts zu haben kann sich auch als gefährlich erweisen. Die 16 jährige Tochter eines Community Managers bei ReadWriteWeb hat sich einen zweiten Account erstellt, um in ihren Spiele mehr Punkte sammeln zu können. Das Problem daran war nur, dass ihr 8 jähriger Bruder auf diesem Profil unterwegs war, sobald sie kein Interesse mehr am Spielen hatte. Dieses Profil wurde bis jetzt noch nicht als ein Fake-Profil erkannt, dafür wurde ihr richtiges Profil von Facebook bereits zwei Mal gesperrt.
Nur Mittel zum Zweck
Fake-Profile können sich in manchen Situation als nützlich erweisen, aber auch als gefährlich. Vor allem, wenn Kinder im Spiel sind. Die Politik von Facebook ist gegen diese Profile, schafft es aber nicht, diese ganz zu entfernen. In den Augen der User sind soziale Netzwerke wie Facebook und Google aber nicht daran interessiert, dass die User ihre Identität neu erstellen können. Sondern diese Unternehmen setzen auf die Datenerfassung, um von dieser zu profitieren. Die Erstellung eines Profils ist dabei nur Mittel zum Zweck.