(30.01.2012, 14:30) Facebook Deutschland hat bekannt gegeben, sich am Kampf gegen Rechtsextremismus zu beteiligen und möchte ein klares Zeichen gegen die Verbreitung rechtsradikalen Gedankenguts im Internet setzen. Nach mehreren Gesprächsrunden wurde nun entschieden, dass zwei Aktionen der Initiativen Laut gegen Nazis und Netz gegen Nazis vom sozialen Netzwerk unterstützt werden. Dabei handelt es sich um die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 12. Bis 25. März 2012 stattfinden und die Aktion Hamburg steht auf!, welche für den Zeitraum vom 16. bis 24. März 2012 anberaumt ist.
Facebook setzt damit ein klares Zeichen, der Verbreitung rechtsradikaler Inhalte ein Ende setzen zu wollen. Aktivisten hoffen auf eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem Netzwerk, um Naziprofile, die dort kursieren, rasch erkennen und beseitigen zu können. Von derartigen Profilseiten gibt es nämlich auf der Plattform nicht wenige. Neonazis nutzen das Netzwerk schon seit langem, um ihre rassistische Weltanschauung zu verbreiten - häufig ungestört.
Obwohl Facebook keine hasserfüllten Inhalte toleriert und selbst angibt, so schnell wie möglich zu handeln, um Inhalte zu löschen, die gegen die Richtlinien verstoßen, ist es offenbar sehr schwierig, das massenhafte Auftreten von rechtsradikalem Gedankengut im Netzwerk zu unterbinden.
Allerdings zeigte sich Facebook bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus bereits mehrmals kooperativ. Im vergangenen Monat etwa rückte das Unternehmen mit Sitz in den USA mit der Identität eines 17 Jahre alten Kärntners heraus, der sein Internet-Profil mit antisemitischen Parolen und Hetzreden versehen hatte. Der Lehrling konnte dadurch wegen Verhetzung und Wiederbetätigung angezeigt werden. Um Rechtsradikalen auf Facebook selbst in die Quere zu kommen, kann man anstößige Seiten melden.
Mit der Unterstützung der Initiativen zeigt Facebook nun ein weiteres Mal, dass die Kritik zahlreicher Nutzer, die sich in einem Faschismus-freien Netzwerk bewegen möchten, ernst genommen wird. In einem Blog der Initiative Laut gegen Nazis ist etwa zu lesen:
"Beispielsweise meldeten wir die uns zugespielten ca. 2.000 Naziportale direkt an das Unternehmen, die dann sogleich sehr schnell aus dem Social-Network-Portal entfernt wurden. Auch das von Nazis betriebene Profil 'Keine Gnade für Kinderschänder' konnte auf Druck der Userinnen und User erfolgreich entfernt werden".