(04.01.2012, 14:00) Facebook scheint die Scheidungsraten in England brisant in die Höhe zu treiben. Dabei wird etwa eine Affäre des Partners online enttarnt oder eine unvorsichtige Chat-Unterhaltung zum Indiz für den Scheidungsanwalt. Das Online-Portal lädt also offensichtlich nicht nur vermehrt zu Seitensprüngen ein, sondern dient auch als Top-Beweis-Pool für Scheidungsrichter.
In 2011 wurde in 33 Prozent der Scheidungen der Name des sozialen Netzwerkes genannt, was ein beträchtliches Wachstum im Vergleich zu 2009 darstellt. Damals wurde Facebook nur in 20 Prozent der Scheidungsfälle erwähnt. Zu diesem Ergebnis kam Divorce-Online, die 5.000 Scheidungsanträge sowohl in 2009 als auch in 2011 untersuchten und miteinander verglichen haben. Die Ursachen, warum Facebook als Beweis zitiert wird, haben sich dabei nicht übermäßig geändert.
Die drei Top-Gründe hierbei sind:
Zum Vergleich: Twitter wurde nur in 20 Fällen genannt und ist daher lediglich in 0,4 Prozent der Scheidungen relevant. Dabei ging es wieder in erster Linie darum, dass unpassende Kommentare über den/die Ex getwittert wurden.
Networking wird immer bedeutender und die Kommunikation über soziale Netzwerke ist unkompliziert und zudem zeitsparend. Wen wundert es somit, dass auch immer mehr Menschen, die flirten wollen, dies über Online-Portale tun. “Möchte man eine Affäre haben oder flirten, so ist der Ort wo dies am einfachsten geht Facebook“, meint etwa ein Sprecher von Divorce-Online. Es scheint also, dass sich immer mehr Menschen online eine Alternative suchen, wenn es im heimischen Bett zu langweilig wird.
Aber auch die Kommentare die im Netz über Verflossene gepostet werden können weitreichende Konsequenzen haben. Nicht selten werden diese nämlich bei gerichtlichen Entscheidungen über Finanzstreitigkeiten oder Sorgerechtszusprüchen vorgelegt und dort zu wertvollen Beweismitteln.
Facebook als Ehe-Zerstörer?
Natürlich kann man Facebook nicht allein dafür verantwortlich machen, dass eine Ehe zu Bruch geht. Auch wenn Facebook in 33 Prozent der Fälle eine Rolle spielte, müsste man schon sämtliche Einzelheiten überprüfen um wirklich feststellen zu können, dass der Hauptgrund der Trennung das soziale Netzwerk darstellt. Bereits kriselnde Ehen sind häufig zum Scheitern verurteilt, ganz egal ob mit oder ohne Facebook. Dennoch haben sich vor dem Social-Network-Boom Partner noch keine Sorgen darüber machen müssen, dass sich aus einem harmlosen Online-Chat eine prickelnde Affäre entwickelt.
Am Ende ist und bleibt Facebook aber immer noch ein soziales Tool, welches vor allem Singles dabei helfen kann, den "Richtigen" zu finden. Und wie bei jedem sozialen Medium kann sich, bei unpassendem Gebrauch, jede noch so harmlose Absicht in eine unschöne Angelegenheit verwandeln.