(01.02.2012, 12:30) Das soziale Netzwerk Facebook startet seinen Börsengang mit gedämpften Erwartungen. Nach einem Bericht sollen die angestrebten Einnahmen lediglich bei 5 Milliarden Dollar liegen. Bislang war von 10 Milliarden Dollar die Rede. Am Mittwoch soll das beliebte Netzwerk im Laufe des Tages den Börsenprospekt veröffentlichen, der potenziellen Investoren ein Bild von den Geschäftszahlen des Unternehmens geben soll. Darin wird auch eine Angabe der geschätzten Einnahmen, die man sich bei der IPO (Initial Public Offering) erwartet, enthalten sein.
Mit bezifferten 5 Milliarden Dollar ist diese Summe aber alles andere als euphorisch angesetzt. Facebook scheint also mit angezogener Handbremse an der Börse starten zu wollen. Allerdings ist es in der Praxis üblich, dass Unternehmen zunächst tiefstapeln, um die Reaktion der Anleger abzuwarten und in weiterer Folge die Preise für die Aktien und damit die Einnahmen erhöhen. Auch bei Facebook kann man eine solche Strategie nicht ausschließen.
Schätzungen zufolge soll Facebook mit 75 bis 100 Milliarden Dollar (57 bis 76 Milliarden Euro) an der Börse bewertet werden und würde damit gleich zu Anfang zur selben Liga wie VW und Siemens gehören.
Mit 5 Milliarden Dollar Einnahmen würde der Konzern, obwohl es sich dabei um eine offensichtliche Unterschätzung handelt, dennoch den größten Internet-Börsengang aller Zeiten hinlegen. Suchmaschinenriese Google etwa konnte 2004 "nur" 1,7 Milliarden Dollar mit dem Aktienverkauf einnehmen. Der Farmville Entwickler Zynga konnte im Dezember letzten Jahres eine Milliarde Dollar an Investorengeldern gewinnen. Facebook wird den Google-Rekord bei den Internet-Börsengängen also mit ziemlicher Sicherheit brechen können.
Facebook ist mit der Nutzergemeinde von 800 Millionen Mitgliedern eine starke Macht im Internet-Werbebereich und ist laufend an der Arbeit, dieses Potenzial weiter auszubauen.
Bis zum tatsächlichen Gang an die Börse kann und wird aber noch Zeit vergehen, welche für intensive Anwerbung von Investoren genutzt werden kann. Einigen Berichten zufolge soll dabei die US-Bank Morgan Stanley Facebook bei der Investorensuche unterstützen und den Börsengang vorbereiten. An welcher Börse die Facebook-Papiere aber gehandelt werden, ist noch offen. Sowohl die New York Stock Exchange als auch die Technologiebörse Nasdaq kämen dabei infrage. Wie hoch die Einnahmen bei Facebook letztendlich sein werden und welche Bewertung das Unternehmen schlussendlich erhalten wird, wird sich erst zeigen, wenn der Gang auf das Parkett abgeschlossen ist. .