Der saudische Blogger Hazma Kashgari wurde in Malaysia auf Wunsch der saudischen Regierung festgenommen und abgeschoben. In seinem Heimatland wird er vor Gericht gestellt und aufgrund seiner umstrittenen Tweets über den Propheten Mohammed angeklagt.
(14.02.2012; 10:00) Der Blogger Hazma Kashgari wurde am Donnerstagmorgen beim Versuch einen Flug nach Neuseeland zu erhalten, um dort um Asyl bitten zu können, am Flughafen von Kuala Lumpur festgenommen. Der 23 Jährige Blogger aus Saudi Arabien sorgte in den vergangenen Wochen aufgrund umstrittener Tweets über den Propheten Mohammed für eine Kontroverse unter religiösen Konservativen im Nahen Osten.
Kashgari hat eine Reihe von Tweets zum Gedenken an den Geburtstag des Propheten am vorletzten Wochenende veröffentlicht. Die Nachrichten wurden auf Englisch veröffentlicht und können ungefähr so übersetzt werden: "An deinem Geburtstag werde ich mich dir nicht unterwerfen. Ich werde nicht deine Hand küssen. Vielmehr werde ich deine Hand als Gleichgestellter schütteln und dich so anlächeln, wie du mich anlächelst. Ich werde mit dir, wie mit einem Freund sprechen und nicht mehr."
Innerhalb weniger Stunden kam es zu wütenden Kommentaren auf Twitter. Über 30.000 Tweets wurden haben auf seine Nachrichten reagiert. Ebenso hat die Facebook-Seite "die saudische Bevölkerung verlangt eine Strafe für Hazma Kashgari" über 20.000 Fans. Aus diesem Grund hat Kashgari seine Tweets sechs Stunden später gelöscht und eine Entschuldigung bekannt gegeben. Anfang letzter Woche hat er dann Saudi Arabien verlassen, weil er um seine Sicherheit befürchtet hat, nachdem seine Adresse auf YouTube veröffentlicht wurde.
Kashgari wurde von der malaysischen Regierung auf Antrag der saudischen Regierung festgenommen und soll in sein eigenes Land zurückgeschickt werden. Malaysia hat aufgrund dieser Handlung mit viel Kritik durch Menschenrechtsorganisationen zu kämpfen, denn diese befürchten, dass der Blogger in seiner Heimat wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wird.
Der malaysische Innenminister Hishammuddin Hussein erklärte, dass er es nicht zulassen würde, dass Malaysia zu einem sicheren Land für Terroristen und diejenige wird, die von ihrem Herkunftsland gesucht werden. In Bezug auf die Befürchtungen der Menschenrechtsorganisationen, dass Kashgari zum Tode verurteilt wird, erklärte er, dass diese Annahme lächerlich sei, denn Saudi-Arabien ist ein respektables Land. Von der saudischen Regierung wurden bis jetzt noch keine Einzelheiten darüber bekannt gegeben, wo und aus welchem Kontext heraus Kashgari festgehalten wird, noch ob er sich vor Gericht verantworten muss.
Die Menschenrechtsorganisation Lawyers of Liberty gab auf ihrer Webseite eine Erklärung bekannt. In ihren Augen sei die kalte, harte Wahrheit, dass Malaysia Saudi Arabien dabei hilft das internationale Völkerrecht zu verletzten, indem Sie Kashgari nicht erlauben Asyl zu beantragen. Vielmehr präsentierten sie ihm seinen Verfolgern auf dem Silbertablet. Der saudischer Anwalt Sulaiman al-Jomaii erklärt in einem Interview mit Reuters, dass sich Kashgari einer harten Strafe stellen muss, aber der Todesstrafe wahrscheinlich entgehen wird, wenn er sich vor Gericht entschuldigt. Es gäbe kein saudisches Gesetz, welches zu einer Todesstrafe führt, wenn der Angeklagte sein handeln vor Gericht bereut.
Kashgari hat seine Handlungen in einem Interview mit The Daily Beast noch vor seiner Verhaftung verteidigt. Er erklärte, dass er sich auf sein grundlegendes Menschenrecht berufen hat, nach dem er seine Meinungen und Gedanken frei äußern könne.
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