Nach Einschätzung der Fair Labor Association sind die Arbeitsbedingungen bei Foxconn, dem berüchtigten Apple-Lieferanten besser als die Norm.
(16.02.2012, 13:00) Mitarbeiter der Fair Labor Association sind seit geraumer Zeit mit der Überprüfung der Arbeitsbedingungen des berüchtigten Herstellers und Apple Lieferanten Foxconn beschäftigt. Seit Längerem steht der Konzern wegen unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Kritik und sorgte mit Arbeitsunfällen wegen mangelnden Sicherheitsvorkehrungen, Selbstmordserien von Mitarbeitern und einer Selbstmorddrohung von etwa 300 Angestellten für mediales Aufsehen.
Das erste Ergebnis der Untersuchungen lässt aber staunen: Foxconn soll,.so die erste Einschätzung, bessere Arbeitsbedingungen aufweisen, als in ähnlich gelagerten Fabriken in Asien üblich. Apple selbst wurde für die Horror-Schlagzeilen mitverantwortlich gemacht, wobei dem Konzern vorgeworfen wurde, kein Interesse am Wohlergehen der Mitarbeiter zu haben und miserable Arbeitsbedingungen für geringe Produktionskosten in Kauf zu nehmen. Als erste Reaktion trat der Konzern aus Cupercino als erster Tech-Gigant der Organisation Fair Labor Association (FLA) bei, welche sich für bessere Arbeitsbedingungen weltweit einsetzt.
Die negative Berichterstattung brachte Apple zudem dazu, Kontrollen bei den Zulieferern, allen voran in den Fabriken Foxconns in Shenzhen und Chengdu, durchzuführen. Ein Team von Arbeitsrechtsexperten unter der Führung von FLA-Präsident Auret van Heerden hat mit den ersten Untersuchungen in der Fabrik in Shenzhen, besser bekannt als Foxconn City, begonnen.
"Wir sind überzeugt, dass Arbeiter überall das Recht auf eine sichere und faire Arbeitsumgebung haben und aus diesem Grund haben wir die FLA gebeten unabhängig die Bedingungen bei unseren größten Zulieferern zu beurteilen", sagt Tim Cook, CEO von Apple.
Das Ergebnis der Überprüfung fiel überraschend positiv aus. FLA-Präsident Auret van Heerden ließ verkünden, dass die Fabriken von Foxconn im Vergleich zu Textilherstellern in Asien, welche die Organisation normalerweise überwacht "erstklassig" wären. Die Arbeitsumgebung sei ruhig. Das Problem liege nicht in der Überarbeitung der Mitarbeiter, sondern vielmehr in der andauernden Monotonie des Arbeitsprozesses, der die Arbeiter ausgesetzt sind. Foxconn ist schon seit Jahren dafür bekannt, Arbeiter ähnlich Robotern einzusetzen und tayloristische Arbeitspraktiken anzuwenden.
Derzeit sind 30 Kontrolleure der FLA vor Ort und halten die Ergebnisse auf iPads fest. Innerhalb von drei Wochen sollen dabei drei Fabriken unter die Lupe genommen werden, wobei auch Meinungsumfragen unter den Arbeitern vorgesehen sind. Dabei sollen 35.000 Mitarbeiter anonym befragt werden. Die Fragen werden sich auf die Rekrutierung, die Kosten für die Rekrutierung, auf Arbeitsverträge, Wohnmöglichkeiten und dem generellen Befinden beziehen.
Einem Bericht des Vice Magazines/Motherboard zufolge, besteht eine der größten Ausbeutetechniken Foxconns darin, billige Praktikanten, die unmittelbar von Universitäten und Schulen rekrutiert werden, einzustellen und oft nur mit der Hälfte des ohnehin sehr geringen Standardlohns zu bezahlen. Mit geschätzten 18.000 Praktikanten scheint es sehr wahrscheinlich, dass sich der Konzern dieser Praxis bedient.
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