Anonymous möchte das gesamte Internet lahmlegen

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Anonymous möchte das gesamte Internet lahmlegen

 
 

Am 31. März 2012 möchte die Hackergruppe Anonymous einen Angriff auf das DNS-System starten um das globale Internet lahmzulegen. Es wird angenommen, dass die Gruppe an diesem Vorhaben scheitert.

 

(16.02.2012; 08:30) Als die Gruppe Anonymous bekannt wurde, wurden ihre Mitglieder als relativ harmlose Internet-Witzbolde angesehen. Doch im Laufe der Zeit wurden die Angriffe der Hacker immer politischer und vor allem immer koordinierter. Mainstream-Anerkennung erhielt die Gruppe während des SOPA Protestes. Anonymous hat Webseiten, die von der Unterhaltungsindustrie betrieben wurden, sowie vom FBI und dem amerikanischen Justizministerium, lahmgelegt.

 

Das neue Ziel von Anonymous sind laut Berichten DNS-Server, die die Grundlage des Internets darstellen. Angeblich plant Anonymous am 31. März 2012 seine Distributed Denial of Service (DDoS)-Werkzeug auf 13 Server-Clustern einzusetzen um DNS Server anzugreifen. Es soll erreicht werden, dass jeder Domain-Name, der von einem User eingetippt wird, in eine richtige IP-Adresse umgewandelt wird. Diese Server werden im Normalfall nicht oft verwendet, denn fast jede ISP verwendet seinen eigenen DNS Server. Dieser stellt im Wesentlichen eine Kopie davon dar, was sich auf dem Root-Server befindet. Sollte die ISP seine Datenbank nicht aktualisieren können, wird es schwieriger möglich im Internet zu surfen.

 

Wie bei jeder Ankündigung von Anonymous ist schwer einzuschätzen, wie ernst die Gruppe diese meint. Im vergangenen Jahr hat eine Fraktion der Gruppe zum Beispiel angekündigt Facebook herunterzufahren. Dieser Angriff wurde von einer anderen Fraktion der Gruppe abgelehnt. Ebenso hat diese Attacke bis heute nicht stattgefunden. Das Internet lahmzulegen, ist ein schwer umzusetzendes Ziel und es wird daher angenommen, dass die Hackergruppe mit dem Vorhaben scheitert.

 

DNS-Server-System

Aufgrund der Bedeutung der DNS-Root-Server, die von A bis M benannt sind und die auf der ganzen Welt aufgestellt wurden, wird angenommen, dass diese gegen eine solche Art von Angriff gewappnet sind. Um Einfluss auf das globale DNS-System nehmen zu können, müsst die Hackergruppe einen jeden einzelnen dieser 13 Server zum Herunterfahren bringen und das für mindestens ein oder zwei Tage.

 

Der letzte koordinierte Angriff auf das DNS-System fand 2007 statt. Bei diesem Angriff ist es nur gelungen zwei der 13 Server abzuschalten. Während diese Server nach außen hin als ein einzelner Server mit einer einzigen IP-Adresse aufscheinen, befinden sich in Wirklichkeit hinter dieser Adresse eine ganze Reihe von Servern, die über mehrere Standorte verteilt sind. Auf diese Weise wird der Traffic untereinander sowie zu den anderen 13 Adressen aufgeteilt.

 

Das DNS-System nutzt eine Anycast-Methodik um sicherzustellen, dass ein einziger Server, der arbeitet, reicht um das globale Internet am Laufen zu halten. Es handelt sich bei diesen Root-Servern nicht um irgendwelche Web-Server, sondern um Maschinen, die über Multi-Gigabit-Verbindungen verfügen. Innerhalb des DNS-Systems lassen sich tatsächlich hunderte von Servern finden und nicht nur 13.

 

Anonymous erklärte, dass sie die Sicherheitslücken im anfälligen DNS-System nutzen möchten um die Root-Server anzugreifen. Ein solcher Angriff ist nicht so einfach, denn der Sicherheitsmechanismus wird auch in diesem Fall aktiv. Aus den genannten Gründen wird vermutet, dass die Hackergruppe nicht wirklich in der Lage ist das globale Internet lahmzulegen.

 

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Reaktionen auf diesen Artikel



Pepi-Onkel, 16.02.2012
Im Datum geirrt?
Bis zum 1. April ist noch Zeit. Und wenn die Telekom-Presse über Anonymous-Aktionen und nicht über die Hintergründe berichtet, dann wird Anonymous in die kriminelle Ecke gedrängt. Bisher kann man Anonymous-Aktionen als Notwehr mit teilweise ungesetzlichen Mitteln ansehen - aber sind Lobbyismus und Auftragsbestellungen für Gesetze denn legal?
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