(17. 02. 2012; 11:00) Apple hat in China derzeit alle Hände voll zu tun. Nicht nur der lang andauernde Streit zwischen dem kalifornischen Unternehmen und dem Display-Hersteller Proview beschäftigt das Unternehmen. Apple sah sich auch gezwungen, gegen einige chinesische Online-Händler vorzugehen, darunter auch Amazon, da diese angeblich keine Autorisierung für den Vertrieb von Apple-Produkten besitzen.
Seit kurzem erinnert auf der Seite von Amazon.cn nichts mehr an den früheren Verkauf der iPads. Nur noch Schutzhüllen und dergleichen sind verfügbar. Andere Produkte von Apple sind aber nach wie vor erhältlich. So wird auf der Startseite zum Beispiel auch noch das iPhone 4 beworben. Nach Angaben Apples wurde bereits seit einigen Wochen eng mit Amazon daran gearbeitet, iPads aus dem Online-Angebot zu entfernen.
Apple dementiert jeglichen Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Verfahren gegen das Unternehmen Proview. In dem Streit geht es um den Markennamen iPad, welchen der Display-Hersteller bereits in der Zeit zwischen 2000 und 2004 neben anderen Ländern, auch in China für einen Computer mit der Marke I-Pad schützen ließ. Das Gericht entschied in erster Instanz gegen die Forderungen Apples.
Als Folge des Urteils müssen alle iPads aus dem Verkauf genommen werden. Einige der in China ansässigen Unternehmen hielten sich nicht an das Verbot. Dieser Schwarzhandel bedeutet ein großes Risiko für Apple. Mittlerweile drohte Proview die AIC, Administration of Industry, zu beauftragen den Import und Export von iPads zu stoppen. Die AIC ist zudem befugt, Büros zu durchsuchen, Dokumente, Produkte und auch Geschäftsausstattungen zu beschlagnahmen.
Nachdem die chinesischen Zollbehörden signalisierten, dass dies ein beinahe unmögliches Unterfangen darstellt, versucht der Hersteller seine Drohungen herunter zu spielen und räumt ein, dass Apple zu beliebt am chinesischen Markt ist, um den Vertrieb dermaßen zu boykottieren.
Indes veröffentlicht Apple eine Stellungnahme, in der sich das Unternehmen als die rechthabende Partei darstellt. Man gibt an, die Rechte an dem Namen I-Pad bereits vor zehn Jahren gekauft zu haben. Ein Gericht in Hongkong hat, nach Angaben des Herstellers, bereits zu Gunsten Apples entschieden.
Das Problem ist, dass Proview die Markenrechte, bis auf China, an IP Applications verkaufte, von denen Apple dann wiederum die Rechte an I-Pad erstand. Der Verkauf der Markenrechte gelte aber nicht für die Proview-Tochter in Shenzhen, die die Rechte in China besitzt. Daher habe Apple kein Recht, die Marke iPad in China zu benutzen, so der Beschluss der Richter in erster Instanz.
Auch wenn Proview kein Verkaufsverbot des iPads in China erreichen sollte, kann das Unternehmen dennoch von einer Schadenersatzzahlung von über 1,6 Milliarden US-Dollar ausgehen.
( )© Telekom-Presse
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Fotos: (c) tabletblog.de
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